Unsere Aufgaben im Bereich der Gefangenenfürsorge und der Bewährungshilfe:

Aus den 36 bayerischen Justizvollzugsanstalten werden jedes Jahr über zehntausend Gefangene entlassen. Viele von ihnen, vor allem Gefangene mit längeren Freiheitsstrafen, sehen sich nach der Haft einer Vielzahl von Problemen, z. B. Wohnungslosigkeit, Arbeitslosigkeit, Schulden und abgebrochenen Sozialkontakten gegenüber. Um gerade in der schwierigen Zeit unmittelbar nach der Entlassung einen Rückfall der Strafentlassenen in die Straffälligkeit zu vermeiden, unterstützt der Bayerische Landesverband für Gefangenfürsorge und Bewährungshilfe e. V. seit Jahrzehnten in enger Kooperation mit der Justiz und dem Justizvollzug eine Vielzahl von Maßnahmen und Projekten zur Integration Haftentlassener:

 

Besondere Aufgabenschwerpunkte sind derzeit:

 

 

Unterstützung der zentralen Beratungsstellen für Straffällige

 

Derzeit in neun bayerischen Städten (Siehe hierzu auch Beratungsstellen). Der BayLGB übernimmt dort anteilig, in einer Gesamthöhe von ca. 530.000,00 EUR jährlich, Personal-, Sach-, Verwaltungs- und Fahrtkosten. Im Gegenzug werden folgende Leistungen erbracht:

 

Soziale Betreuung vor und nach der Haftentlassung

 

Unterstützung bei der Wohnraumbeschaffung

 

Unterstützung bei der Vermittlung in den Arbeitsmarkt

 

Unterstützung bei Behördenkontakten

 

Vermittlung zu den Fachdiensten (Schulden- und Insolvenzberatung, Suchtberatung)

 

Beratung von Angehörigen und deren Lebenspartnern.

 

Handgelder für die Bewährungshelfer

 

Pro Jahr werden in ganz Bayern ca. 240.000,00 EUR in Form von Handgeldern an die ca. 400 Bewährungshelfer ausgereicht. Diese finanzieren damit für Ihre Probanden unter anderem:

 

Auslagen für Fahrtkosten

 

Übernahme der Gebühren für die Ausstellung von Ausweisdokumenten, Passbildern, etc.

 

Auslagen für im Rahmen der Arbeitssuche entstandene Aufwendungen

 

Unterstützung bei der Anmietung von Wohnraum, Anzahlungen, etc.

 

Übernahme der anderweitig nicht gedeckten Therapiekosten zur Behandlung von Sexual- und Gewaltstraftätern

 

Im Jahre 2015 wurden die Kosten für die Behandlung von 111 Probanden in Höhe von ca. 100.000,00 EUR übernommen.

 

Bereitstellung von Wohnraum

Aus den 36 bayerischen Justizvollzugsanstalten werden jedes Jahr über zehntausend Gefangene entlassen. Viele von ihnen, vor allem Gefangene mit längeren Freiheitsstrafen, sind nach der Haft mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert, z. B. Wohnungslosigkeit, Arbeitslosigkeit, Schulden und abgebrochenen Sozialkontakten. Gerade in dieser für die Betroffenen schwierigen Situation setzt der Bayerische Landesverband für Gefangenenfürsorge und Bewährungshilfe e. V. (BayLGB) mit seinem Hilfsangebot ein und unterstützt seit über 70 Jahren (baylgb.de/aktuelles/) in enger Kooperation mit der Justiz und dem Justizvollzug eine Vielzahl von Maßnahmen und Projekten zur Integration Haftentlassener.

 

Besondere Bedeutung kommt dabei der Bereitstellung von Wohnraum für Strafentlassene und Probanden der Bewährungshilfe zu.

Die in weiten Teilen Bayerns angespannte Situation auf dem Mietmarkt stellt viele entlassene Strafgefangene vor große Herausforderungen bei der Wohnungssuche. Um Obdachlosigkeit und einen Rückfall in die Delinquenz direkt nach der Haft zu vermeiden, ist die vorübergehende Bereitstellung einer Unterkunft zentraler Bestandteil der Bemühungen, Strafentlassene bei der Entwicklung einer positiven, eigenverantwortlichen Lebensperspektive zu unterstützen. In Umfragen der bayerischen zentralen Beratungsstellen für Haftentlassene wird das Fehlen, bzw. der drohende Verlust von Wohnraum als zentrales Problem bei der Reintegration genannt. 

 

Durch zweckgebundene Darlehen an und andere finanzielle Unterstützung für freie Träger der Straffälligenhilfe hat der Landesverband bereits 50 Wohnplätze in 13 Ortschaften in Bayern geschaffen. Sie werden von der Bewährungshilfe und freien Trägern betreut und ausschließlich von entlassenen Strafgefangen und Probanden der Bewährungshilfe genutzt.

 

Im Februar 2019 wurde über die Ausgabe eines zweckgebundenen Darlehens an den Verein Straffälligenhilfe – Netzwerk im Landgerichtsbezirk Ansbach e.V. in Höhe von 20.000,00 EUR in Ansbach der weitere Bestand einer Zwei Personen Wohngruppe für entlassene Strafgefangene sichergestellt. Das Darlehen ist, solange die Wohngruppe Bestand hat, zins- und tilgungsfrei.

 

Da der Landesverband die Mieteinnahmen größtenteils nicht selbst vereinnahmt, andererseits die Versicherungs- und Instandhaltungskosten trägt, hat der Landesverband neben seinen sonstigen umfangreichen finanziellen Verpflichtungen allein in diesem Aufgabengebiet jährlich nicht gedeckte Kosten in Höhe von ca. 75.000,00 EUR.

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